In den Dörfern rund um den Neusiedlersee gab es schon sehr früh Bäder und Spitäler, vor allem in den Marktgemeinden. Das Dorfspital diente auch als Armenhaus, Alters-und Siechenheim, Lazarett und Herberge, so wie es die jeweilige Lage und der Bedarf während der Jahrhunderte erforderte.Im Spital fanden kranke, arme oder alte Dorfbewohner Aufnahme. Die Kranken wurden vom Bader und seinem Badjungen versorgt und behandelt. Während der Pestzeit diente das Haus als Lazarett und erfüllte so eine wichtige gesundheitspolizeiliche Aufgabe.
In Purbach gibt es zwei Friedhöfe - den Kirchhof im Ort und den Gottesacker außerhalb der Marktmauer. Der Friedhof rund um die Pfarrkirche wurde um 1785 unter Kaiser Josef II (1780 - 1790) "kassiert". Der Gottesacker außerhalb der Martmauer dient noch heute als letzte Ruhestätte der Toten.
Die Lehensbauern und Hofstadler, auch die Kleinhäusler sicherten sich bei der Besitzübergabe ihren Lebensabend und ihr Verbleiben im Haus. Viele Lehensbauern, Hofstadler und Kleinhäusler, aber auch die Inwohner, hinterließen in ihren Testamenten dem Spital jeweils einige Gulden. Einige Spenden waren mit dem Wunsch verknüpft, die Spitalinsassen mögen für das Seelenheil des oder der Verstorbenen beten.
Auf diese Weise kamen im Laufe der Zeit ansehnliche Geldbeträge zusammen, die gewöhnlich bei der Gemeinde angelegt und mit 5% verzinst wurden. Mit dem Ertrag des angelegten Geldes, dessen Höhe im Laufe der Jahrhunderte schwankte, konnte der Spitalvater die Ausgaben für das Haus bestreiten. Er verrechnete jährlich mit dem Pfarrer und mit der Gemeinde, die Herrschaftsobrigkeit überwachte die Geldgebarung.
Nach der Bgld. Landestopographie errichtete die Gemeinde 1633, also während des Mauerbaues, ein Armenhaus, das vom Pfarrer verwaltet wurde. Dasselbe lag außerhalb des Ortes, gleich neben dem neuen Gottesacker und sollte der Beherbung der in die Gemeinde kommenden Bettler dienen.
Nach den Abhandlungen im Purbacher Waisenbuch hinterließ der 1620 in Purbach verstorbene Martin Lughart Schachner "für arme Leute im Spital 12 Metzen Traid"
Das Gebäude wurde von den Kuruzzen zerstört, aber wieder aufgebaut. Das im Gemeindebesitz befindliche desolate Gebäude wurde erst nach 1945 abgerissen.