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Kulturverein  »  Das Gemeindehaus

Nach dem Urbar aus dem Jahre 1527 gehörte das Lehenshaus dem "Schmucker zu den scharpffenegkh", sein Hold hies Bartl Pamer. Die Burg Scharfeneck war zur Zeit König Sigismunds (1410 - 1437) um 1417 auf einer der schönsten Anhöhen des Leithagebirges erbaut worden. Zur Herrschaft Scharfeneck gehörten die Gemeinden Mannersdorf, Sommerein, Hof und Au. Das Herrschaftsgebiet lag diesseits der Leitha, gehörte aber noch zur Zeit der Regierung Kaiser Josefs (1780 - 1790) zum Bistum Raab.

Als die Purbacher Fleischhauersgattin Gertrud Wurm 1661 starb, hinterließ sie neben einem Halblehenhaus ("Purbacher Türke") im Wert von 845 Gulden, eine "Ganzlehensbehausung in die Herrschaft Scharfenegg gehörend" im Wert von 1120 Gulden. Bei einer erwähnten Ganzlehensbehausung handelt es sich um das sog. "Hölzl-Haus" in der Hauptgasse 38. Im Urbar aus dem Jahre 1675 scheint der "kaiserliche " Untertan Michael Kummer als Besitzer auf. Er ließ, zusammen mit seinem Bruder Mathias 1668 die Florianisäule auf dem Schönberg errichten.

Der Oggauer Fleischhauermeister Lorenz Hölzl heiratet die Witwe Ethofers und erwarb auch die zweite Hälfte des Hauses - Hölzl-Haus. Die Ehe blieb kinderlos. Sein Neffe Martin Hölzl, ebenfalls Fleischermeister aus Oggau, erbte die Wirtschaft. Er heiratete 1896 Magdalena Neumayer, eine Purbacher Bäckermeistertochter. 1898 legte eine Feuersbrunst die ganze Häuserseite, darunter auch das Hölzl-Haus, in Asche. Dazu kamen mehrere Mißernten, sodaß die Familie gezwungen war, die Wirtschaft zu verkaufen.

Die Gemeinde Purbach erwarb das Haus und begann mit dem Umbau. Sie richtete im 1.Stock dem ersten akademisch ausgebildeten Gemeindearzt Dr. Adolf Gerö eine Wohnung und eine Ordination ein. Dann richtete sie eine Schulklasse ein, die aus dem Schüttkasten adaptiert wurde. Diese Schulklasse wurde 1905 feierlich eingeweiht. 1912/13 wurde eine weitere Schulklasse im Haus aus einer Kammer und einem Stall errichtet. Diese beiden Klassen verwendete man von 1916 bis 1918 als Rekonvaleszentenheim für verwundete Soldaten. Nach dem Anschluß des Burgenlandes an Österreich 1921 fand die Gendarmerie im 1.Stock eine Unterkunft. Die Schule wurde geschlossen und 1927 wurde der Bau einer neuen Volksschule beschlossen.

Dank der zentralen Lage wurde eine Milchsammelstelle eingerichtet. Die Gemeidehebamme hatte im Haus ihre Wohnung und es gab eine Mütterberatungsstelle. Im 1.Stock hatte der Kreisarzt Dr.Adalbert Czadilek seine Wohnung und Ordination. Deshalb wird dieses Gebäude auch "Doktor-Haus" genannt. Zum ältesten Teil des Gebäudes gehört der Weinkeller.

Heute ist dieses Haus das "Gemeindezentrum", wo die Verwaltung untergebracht ist. Nach drei Jahren Bauzeit (1991-1994) wurde am 4. September 1994 das Haus von Bürgermeister Mag. Franz Steindl eröffnet.