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Freizeit/Kultur
Kulturverein  »  Der Burgstall

Nordwestlich des Ortes liegt der Burgstall Purbach am Neusiedler See, eine der größten und am besten erhaltenen urzeitlichen Befestigungsanlagen Österreichs. Er ist seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts als archäologische Fundstelle bekannt.

Der Burgstall liegt auf einer durch zwei schluchtartige Einschnitte natürlich geschützten Rückfallkuppe und besteht aus einem Ringwall, dem an der leichter zugänglichen Nordseite Abschnittswälle und -gräben vorgelagert sind. Die Gesamtausdehnung der Befestigung beträgt rund 1300 m, die größte Breite etwa 600 m.

Das Zentrum der Anlage bildet die Plattform der Rückfallkuppe, die von einem bis zu 3 m hohen Wall mit vorgelagertem Graben umschlossen wird. Den Zugang bildet das an der N-Seite situierte sog. Türkenschanztor. An der Nord-Seite ist ein durch Wälle und Gräben vom Plateau abgeriegeltes Vorwerk in die Befestigung miteinbezogen. An der Sw-Seite befindet sich ein natürlicher, ebenfalls durch den Ringwall geschützter Wasseraustritt.

Diese innere Befestigung weist an der leichter zugänglichen Nw-Seite mehrfache weitere Bewehrungen auf. Knapp außerhalb des Ringwalls liegt ein mächtiger Halsgraben, dem in einigem Abstand der innerste Vorwall folgt. Dieser verläuft gerade und besitzt einen an der Außenseite vorgelegten Graben. Der mittlere Wall verläuft bogenförmig und besitzt einen inneren Befestigungsgraben. Das Ende der Befestigung stellt ein schwach gekrümmter Außenwall von rund 330 m Länge und 2 m Höhe dar, dem an der Außenseite ein Graben vorgelagert ist.

Zwischen dem äußersten und dem innersten Abschnittswall liegen zwei Hügelgräberfelder, von denen das äußere rund 14, das innerne 40 Grabhügel zählt und das ältere Flachgräber überlagert. Die Hügelgräber selbst gehören der Hallstattkultur und damit der Hauptnutzungsphase der Befestigungsanlage an.

Die ältesten Besiedlungsspuren und wohl auch die Errichtung der ersten Befestigungsanlagen fallen in die Urnenfelderzeit, auf die auch einzelne Grabfunde hinweisen. Während der Hallstattkultur war die gesamte Kuppe besiedelt und dürfte mit dem Ringwall, dessen innersten Kern eine Trockenmauer bildet, umgeben worden sein.

Funde aus der Latene-und Völkerwanderungszeit lassen auf eine Nach-und Weiterbenützung des Burgstalles schließen. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurde der Burgstall erneut aufgesucht und erhielt seine heutige Ausgestaltung.