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Kulturverein  »  Das Baderhaus

Zu den interessantesten Häusern am Raiffeisenplatz in Purbach zählt das Haus Nr.3, das von den Besitzern, der Familie Schebek, vorbildlich und liebevoll gepflegt wird. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Vor dem Einfall der aufständischen Haiducken des Fürsten Stephan Bocskay im Jahre 1605 besaß Mattes Müllner das Viertelhaus. Er starb 1607. Wegen der übermäßig großen Schulden des unschuldig veramten Müllners wurde es verkauft und als Achtelhaus mit einem Achteilweingarten eingestuft.

Es wurde von dem "ehrenfesten Herrn Franz Dury, Diener des Erzherzogs Maximilian von Österreich (1558 - 1618) und Bürger zu Neustadt " erworben. Bei diesem Haus läßt sich also der Wiederaufbau mit dem Jahre 1613 fixieren. Franz Dury scheint im Purbacher Waisenbuch bei einigen Bauern in den Abhandlungen auf - er dürfte Geld verliehen haben, das damals in Purbach knapp war.

1636 starb Anna Kiesling und das Achtelhaus wurde auf 520 Gulden geschätzt. 4 Überlandweingärten wurden mit 452 Gulden bewertet, nach Abzug der Schulden verblieben dem Witwer und den 4 Halbwaisen 544 Gulden. 1640 starb Ander Kiesling. Er hatte ein zweites Mal geheiratet - die Witwe Magdalena blieb mit 3 Halbwaisen zurück. Sie heiratete Thomas Leytkopf, der nicht katholisch war. Magdalena Leytkopf starb 1643. Der Witwer heiratete ein zweites Mal 1644.

Nach dem "Gwöhrbuch" erwarben 1665 Georg und Maria Sandhofer die Achtelwirtschaft um 600 Gulden rheinisch von Thomas Leytkopf. Georg Sandhofer, "Sohn des Gregor Sandhofer, gew. Mitnachbar zu Purbach und Ena, seine Hausfrau, beider eheleiblicher Sohn " hatte 1660 die "ehrentugendreiche Anna Maria, Tochter des ehrenfesten Herrn Michael Pauer, Ratsbürger und Ena, seine Ehefrau" geheiratet. Georg Sandhofer starb 1704 im Alter von 70 Jahren. Die Witwe Maria und 6 Halbwaisen erbten den Besitz. Als die Witwe 1710 starb, übernahm der Sohn Michael Sandhofer die Wirtschaft. Er starb 1736.

Im Urbar 1750/1767 scheinen Michael und Maria Sandhofer als Hausbesitzer auf, sie hatten die Wirtschaft in den Jahren 1736 und 1737 geerbt. Als nächster Besitzer scheint Bindermeister Franz Seeberger auf. 1785 hatte er Gertraud, die Tochter des Breitenbrunner Landwirts Johann Mayr und seiner Ehefrau, Elisabeth, geheiratet. Sie starb 1798, das Söllnerhaus wurde auf 150 Gulden geschätzt. 1806 verstarb Franz Seeberger. An die Familie Seeberger erinnert die bekannte Haussage vom "Bootsunglück auf dem Neusiedler See 1822 ", bei der der 17-jährige Sohn Mathias neben zehn anderen jungen Leuten ertrank.

Bindermeister Seeberger heiratete ein 2. Mal. Nach seinem Tod 1806 heiratete seine Witwe 1806 den Bindermeister und Junggesellen Simon Suttner, der aus Auerbach in der Oberpfalz stammte. Er war schon als Lehrjunge nach Purbach gekommen, um das Binderhandwerk zu erlernen. Als Meister ließ er dann Lehrjungen aus Auerbach nachkommen, die er dann ausbildete. An diese Zeit erinnern die Initialen und die Jahreszahl an der eisernen Kellertür " KSU 1828 SSU ". 1847 starb der Bindermeister Simon Suttner. Da noch Geschwister in Auerbach lebten, wurde das Haus versteigert.

Der "Chyrurg" Bernhard Meditsch ersteigerte das Haus mit dem Meistgebot von 3121 Gulden. Er hatte 1829 Catharina, die Tochter Catharina Suttner aus erster Ehe geheiratet. Mit Bernhard Meditsch kam ein "Chyrurg" in das Haus und richtete im Hof eine kleine Apotheke ein. Er erwarb sich große Verdienste um die Gemeinde, als 1830 eine verheerende Choleraepidemie ausbrach und er alle Erkrankten behandelte. Als Dank für seine Bemühungen und seine Hilfe sollen die Bewohner der Überlieferung nach die alte Pestsäule aus dem Jahre 1713 vor seinem Haus aufgestellt haben, wo sie noch heute steht. Er starb 1858 im Alter von 60 Jahren, seine Frau Catharina erreichte ein Alter von 82 Jahren und starb 1885.
1872 heiratete die Tochter Franziska Meditsch Franz Schebek, der aus Bruck/Leitha stammte.

Seit dieser Zeit besitzen Nachkommen der Familie Schebek das Haus.