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Projektinformation

Die Lage der Region um den Neusiedler See als Ausläufer der Ostalpen und der kleinen ungarischen Tiefebene determiniert dieses Gebiet als Besonderheit in naturräumlicher Hinsicht. Charakteristische Tier- und Pflanzenvergesellschaftungen konnten sich im Laufe von Jahrhunderten an die entstandenen Lebensräume anpassen.

Neben der ökologischen Funktion trat in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr die wirtschaftliche Komponente in den Vordergrund. Besonders die Landwirtschaft, hier vor allem der Weinbau, der aufgrund der klimatischen Begünstigung Weine von internationalem Ruf hervorbringt, und der Fremdenverkehr konnten sich als bestimmende ökonomische Faktoren etablieren.

Aus großem Verantwortungsbewußtsein um die Sicherstellung der Wasserqualität des Neusiedler Sees wurden vor diesem Hintergrund in allen Seegemeinden schon sehr frühzeitig Kläranlagen errichtet. Diese Kläranlagen, die zum Teil seit über 30 Jahren im Dauereinsatz standen, sind heute technisch veraltet und konnten die geforderten und zwischenzeitlich verschärften Anforderungen des Gewässerschutzes nicht mehr erfüllen.

Im Jahre 1994 wurde eine Kostenstudie sowie eine Gegenüberstellung von verschiedenen Varianten ausgearbeitet, welche die Verbandsvariante als wirtschaftlich und ökologisch günstigste Lösung ausweist.
Im Oktober 1996 haben die Anrainergemeinden des Westufers Breitenbrunn, Mörbisch, Oggau, Oslip, Purbach, Rust, Schützen und Winden den Reinhaltungsverband Region Neusiedler See - Westufer gegründet. Nach langen Diskussionen wurde nachträglich die Marktgemeinde Donnerskirchen als neuntes Mitglied im März 1999 aufgenommen. Der Reinhaltungsverband sammelt und transportiert die in den Mitgliedsgemeinden anfallenden Abwässer und reinigt diese in der Verbandskläranlage Schützen am Gebirge.
Bereits nach den ersten Probebetriebsmonaten zeigt sich, dass die hochgesteckten Erwartungen erfüllt werden können. Die von der Wasserrechtsbehörde vorgeschriebenen Grenzwerte, die im internationalen Vergleich als äußerst niedrig einzustufen sind, werden sogar noch in weiten Bereichen unterschritten.
Die Reinigungsleistung der Verbandskläranlage übertrifft die Reinigungsleistung der Einzelanlagen bei weitem und reduziert den Eintrag von Schadstoffen in den Neusiedler See erheblich. Dadurch kommt es zu einer spürbaren Entlastung des sensiblen Ökosystems Neusiedler See.

Durch den Zusammenschluss dieser neun Gemeinden ergibt sich die Möglichkeit, einen, sowohl aus ökologischer, wirtschaftlicher, organisatorischer und technischer Sicht kompetenten Reinhaltungsverband zu führen. Nur gemeinsam war es möglich, eine optimale Förderung und Finanzierung zu erzielen.

Die Kosten für das Gesamtvorhaben wurden mit ATS 380 Millionen errechnet und festgelegt. Eine 65-%ige Direktförderung des Gesamtvorhabens durch Europäische Union, Bund und Land ist sichergestellt. Die erforderlichen 35% an Eigenmitteln werden auf Basis langfristiger Darlehen abfinanziert. Im Vergleich zu ähnlichen Projekten ergeben sich aus dieser Vorgangsweise im Zusammenhang mit der nur gemeinschaftlich erzielbaren EU Ziel-1-Förderung äußerst geringe Belastungen für die einzelnen Bürger. Aus heutiger Sicht ist eine Abrechnung, die ATS 320 Millionen nicht überschreiten wird, gesichert. Bei einem Projekt dieser Größenordnung eine Einsparung von ca. ATS 60 Millionen zu erzielen, konnte nur durch koordinierte Anstrengungen aller Beteiligten erreicht werden.

Durch besonders kostengünstige Vergaben im Bereich nahezu aller großen Gewerke konnte ein weiteres Bauvorhaben in die Verbandstätigkeit integriert werden. Es handelt sich dabei um den Umbau der bestehenden Ortskläranlagen zu Regenspeichern. Durch diese Maßnahme können die bei Regenereignissen auftretenden intensiven Schmutzwasserbelastungen in Hinkunft abgepuffert und kontrolliert in den Anlagen des RHV weiterbehandelt werden.

Die Realisierung dieses abschließenden Bauvorhabens ist seit einigen Wochen im Gange und wird durch eine straffe Projektorganisation und -abwicklung sichergestellt. Detail am Rande: Bei durchgeführten EU-weiten Ausschreibungen wurden ausschließlich österreichische, besonders aber lokalansässige, Firmen als Bestbieter ermittelt. Das zeigt einmal mehr die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Wirtschaft im internationalen Vergleich.

Die gewählte gemeinsame Vorgangsweise der neun Mitgliedsgemeinden ermöglicht somit die Ausnützung vieler Vorteile. Die Vertreter des Reinhaltungsverbandes sind zuversichtlich, das ehrgeizige Gesamtprojekt zeitgerecht zu realisieren.


P R O J E K T D A T E N

Reinhaltungsverband:
Zusammenschluss von neun Mitgliedsgemeinden:
Breitenbrunn, Donnerskirchen, Mörbisch, Oggau, Oslip, Purbach, Rust, Schützen/Geb., Winden/See

Vorstand:
Obmann Mag. Franz Steindl
Obmannstellvertreter Dipl.Ing. Heribert Artinger
LAbg. Bgm. Ernst Schmid

Personal:
Geschäftsführer, 1 Bürokraft halbtags, 4 Klärwärter, 1 Reinigungskraft

 BaubeginnBauendeProbebetrieb
Kläranlage1.Okt.9831.Aug.00Mai-Sept.00
Pumpwerke1.Okt.9831.Aug.00Mai-Sept.00
Mischwasser-
behandlungsanlagen
15.Apr.0031.Mai 01 

Kosten:
ATS 380 Mio. Prognose
ATS 320 Mio. voraussichtl. Abrechnung

Finanzierung:  Land:  20 %
Bund:  22 %
EU:23 %

65 %
nicht rückzahlbare Investitionskostenförderung
Die restlichen 35 % werden durch langfristige Darlehen finanziert