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Tourismus
Information  »  Purbacher Rundgang


Wir beginnen unseren Rundgang mit dem Türkentor. Am Tor sind heute noch die Vorrichtungen für die Zugbrücke und die kleine Eingangstür erhalten.
1630 - 1634 wurde die Befestigungsanlage errichtet. Drei stark bewehrte Tore ermöglichten und schützten den Zugang.

Bruckertor

Rustertor

Rustertor restauriert

In der Hauptgasse 3 gab es seit 1591 eine Schmiede. 1653 errichteten in diesem Hause der Purbacher Bärtlme Melzer die Purbacher Schmiedezunft.
Ecke Hauptgasse - Schulgasse befindet sich der Sonnwendstein. Zur Zeit der Sommersonnenwende strahlt die untergehende Sonne durch beide Tore und erhellt dafür für kurze Zeit einen Randstein. aufgestellt von Roman Opitz, Obmann des Ortsvereines(1988).

Hauptgasse 10 Dieses ehemalige Halblehenshaus gehörte zur Zeit des Stadtmauerbaus (1630 - 1634) dem Marktrichter Valtin Pauer.

In der Hauptgasse 14 - ist in einem der drei hintereinander liegenden Weinkeller ein Stein mit der Jahreszahl "1666" und den Initialen " M K" eingelassen. Damals gehörte das Halblehenhaus dem Bauern Mathias Kummer. 1668 ließ er gemeinsam mit seinem Bruder auf dem Schönberg eine Florianisäule errichten.
Das Haus in der Hauptgasse 26 gehörte einst dem Grafen Harrach in Bruck, sein Wappen war im Hausflur zu sehen. Um 1630 war das Halblehenshaus im Besitz des Gegenrichters Martin Kern (Krenn), der die Aufgabe hatte den tätigen Weinkauf und die Brandzeichen auf den Weinfässern zu kontrollieren und bei deren Weiterverkauf nach Niederösterreich einen Passierschein auszustellen.
Wir kommen in die Mitte des Ortes, den Raiffeisenplatz. Früher hieß er "Orientplatz", benannt nach Josef Orient, dem wohl berühmetesten Purbacher. Er wurde 1677 geboren, studierte Malerei und starb 1747 als Vizedirektor der Akademie der bildenden Künste in Wien.

In der Mitte des Platzes steht eine Mariensäule, die Frauensäule. Hier stand früher der Pranger, das Zeichen der Marktgerechtigkeit.


Am Raiffeisenplatz 3, beim Schebekhaus, steht die Pestsäule aus dem Jahre 1713. Auf einer mit Weinlaub umrankten korinthischen Säule stehen die Himmelskönigin mit den Pestheiligen Sebastian und Rochus.
Das Haus in der Hauptgasse 38 ist die Straßenfront von unserem Gemeindezentrum, wo Sie auch die Tourist-Information finden.
Das Lehenshaus wird in einem Urbar aus dem Jahre 1527 zum ersten Mal erwähnt und gehörte damals dem "Schmucker zu den Scharpffenegkh" Bartl Pramer. 1661 hinterließ die Purbacher Fleischhauersgattin Gertrud Wurm das sog. "Hölzl-Haus" im Wert von 1120 Gulden. Der Oggauer Fleischhauermeister Lorenz HÖLZL war Besitzer des Hauses. Nach vielen Besitzerwechseln erwarb die Gemeinde das Haus nach dem Jahr 1898.

Hauptgasse 27 - Gemeindekeller - im Urbar aus dem Jahre 1675 scheint der Gemeindekeller auf. Die Gemeinde besaß damals Weingärten, die sie jeweils von zwei "Weinherren" bewirtschaften ließ. Der Gewinn kam der Gemeinde zugute, sie verwendete das Geld zum Bezahlen der jährlichenh Zinsen für ausgeliehene Gelder.

Hauptgasse 58 und 60 - In diesem Haus wurde 1940 ein Krug mit 18.112 Silbermünzen gefunden, der im Jahre 1456 dort vergraben wurde. Der Tonkrug mit den Silbermünzen wird im Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt aufbewahrt und ausgestellt.

Bodenzeile 4 - 1609 gehörte die Hofstatt dem Michael Auer. Er besaß auch ein Erbfischwasser. Die Auer's befaßten sich demnach mit der Fischerei in Purbach.

Bodenzeile 6 - liegt auf der Trasse der alten Römerstraße, die von Savaria (Steinamanger) über Scarbantia (Ödenburg) nach Carnuntum führte. Die Bodenzeile liegt am Ende der Hauptgasse, wenn wir nach rechts abbiegen.
Stiefelgasse - 1696 erlaubte Fürst Paul Esterhazy (1652-1713) die Errichtung von 32 Kleinhäusern an "unterschiedlichen Orten" innerhalb der Marktmauern. Damals entstand die "Stiefelgasse" mit 18 "Klein-oder Neuhäuslern". Der Name der Gasse hängt mit ihrem winkeligen Verlauf zusammen - mit einiger Phantasie kann man Schuh, Absatz und Schaft unterscheiden.

Am Ende der Hauptgasse biegen wir links ab und kommen zur Nikolauszeche, einem Juwel aus der Renaissancezeit. Das Gebäude hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Zwecken gedient. Im Volksmund wird es auch als "Bethaus" oder "Kloster" bezeichnet. Bereits 1551 wird die Nikolauszeche urkundlich erwähnt. Es war eine geistliche Zeche, die zur Pfarrkirche Purbach gehörte und dem Kichenpatron geweiht war.

Über die Brücke kommen wir in die Kirchengasse. Das Ganzlehnshaus Kirchengasse 45 gehörte zur Herrschaft Scharfeneck in Niederösterreich. Es zeigt an der Fassade die alten kaiserlichen Farben: schwarz-gelb. Im Haus steht eine der ältesten Weinpressen (Baumpressen) des Burgenlandes aus dem Jahre 1676 mit den Initialen "PW". Damals gehörte das 4/4 Lehen dem "kaiserlichen" Bauern Paul Weninger.

Kirchengasse 31 - Hier befindet sich ein schöner Weinkeller mit einem Gedenkstein aus dem Jahre 1673 und den Initialen "LK". Damals besaß der Halblehensbauer Leopold Kummer das Haus
Die nächste Station ist die Kirche, die dem Hl. Nikolaus geweiht ist. Die erste urkundliche Erwähnung ist 1418. Der heutige barocke Neubau entstand 1674 - 1677. Im Rahmen der Gesamtrenovierung 1983 - 1984 wurde die Kirche durch einen Zubau im Westen erweitert. Der Kirchenturm von 53 m ist der zweithöchste Turm des Burgenlandes. Gegenüber der Kirche steht der Pfarrhof

Weiter geht es in die Schulgasse - im Keller des Hauses Schulgasse 8 ist ein Gedenkstein mit der Jahreszahl "1681" und den Initialen "GHM" angebracht. Damals war Georg Hoffmann, ein Schneidermeister, Besitzer dieses Hauses. Die Schneidermeister waren die ersten, die im damals "kaiserlichen Markt" Purbach 1599 eine Handwerkszunft errichteten.
Schulgasse 9, Türkenkeller - Der "Purbacher Türke" - das steinerne Wahrzeichen, befindet sich auf dem Rauchfang des Hauses.
Der Überlieferung nach schlief ein Türke seinen Rausch aus, als seine Truppen Purbach bereits verlassen hatten (1532). Aus Angst vor den Purbachern flüchtete er in den Rauchfang, wo er jedoch entdeckt und ausgeräuchert wurde. Er nahm den christlichen Glauben an und wurde dem Besitzer des Hauses als Knecht übergeben. Nach seinem Tod errichtete der Bauer die steinerne Büste auf dem Schornstein.

Schulgasse 15,
Das Halblehenhaus des Andreas Grein
- Die Sage vom verschleppten Purbacher Buben Andreas Grein gehört neben der vom "Purbacher Türken" zu den schönsten und interessantesten Erzählungen im Ort. So wie der steinerne Türke am Rauchfang erinnern ein Votivbild des Andreas Grein und eine Dreifaltigkeitssäule mit der Jahreszahl "1647", die in der Ried "am Zelter" an der Straße nach Breitenbrunn steht, an die leidvolle Türkenzeit.